Worum geht`s?

Digitale Dokumentation und Planung des Alltags

Worum geht`s?

Mit Bild, Ton und Text einen digitalen Kalender führen und damit den Alltag dokumentieren.

Ein Kalender gibt uns die Möglichkeit unseren Alltag zu planen, aber auch uns rückblickend an Erlebnisse und Ereignisse zu erinnern. Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen fällt es z.T. schwer, sich zeitlich zu orientieren. Orientierung gibt aber Sicherheit und Erinnerungen bereichern das Leben und können Anlass sein, mit anderen zu kommunizieren.

Einerseits kann die*der Klient*in geplante Ereignisse im Kalender anlegen und dazu Wünsche äussern. Andererseits kann sie*er mit Hilfe der App von vergangenen für sie bedeutsamen Erlebnissen berichten und dadurch Interesse von anderen am eigenen Leben erfahren.

Ziele

  • Zielschwerpunkt soziale Beziehungen: Partizipation, Kontaktfähigkeit, Integration, Zuwendung (durch Teilnahme an Aktivitäten)
  • Zielschwerpunkt emotionale, motivationale Fähigkeiten: Selbstbestimmung, Motivation, Antrieb, Eigeninitiative, Sicherheit, Erinnerung
  • Zielschwerpunkt Spiritualität, Sinnfindung: Identität, Wirksamkeit
  • Zielschwerpunkt Kommunikationsfähigkeiten: Ausdrucksfähigkeit, sich mitteilen
  • Zielschwerpunkt kognitive Fähigkeiten: Orientierung, Entscheidungsfähigkeit

Zielgruppe

Menschen, die Unterstützung brauchen beim Berichten, was sie erlebt haben und beim Planen von Aktivitäten.

Dauer

Mehrere Sequenzen à 30-60 Minuten.

Kann im Rahmen eines therapeutischen Prozesses durchgeführt werden.

Technik

App Niki Diary. Nur IOS verfügbar. Kosten 5.-

Im Idealfall wird die App auf das persönliche Gerät der Klientin / des Klienten geladen.

Durchführung

Durchführung

Einstiegsphase (1-2 Sequenzen)

App laden und sich mit der App vertraut machen (PDF Anleitung). Erste Einträge machen und Schritt für Schritt üben.

Arbeitsphase (6-10 Sequenzen)

In jeder Sequenz werden einerseits vergangene Einträge zusammen betrachtet und andererseits zusammen mit der*dem Klient*in neue Einträge von erlebten oder bevorstehenden Aktivitäten im Kalender angelegt.

Neben Anlässen, Aktivitäten und speziellen Ereignissen kann auch Alltägliches wie Spaziergänge oder die Kaffeepause auf dem Balkon (z.B. mit einem Bild der Aussicht, der Balkonblumen oder der Wetterstimmung) usw. dokumentiert werden.

Nach Möglichkeit kann die*der Klient*in mit oder ohne Unterstützung selber Bilder/Videos machen, die zur Dokumentation in den Kalender eingefügt werden können. Ggf. können auch allgemeine Fotos von Anlässen und Aktivitäten, an denen teilgenommen wurde eingefügt werden.

Begleitet wird die Sequenz mit Gesprächen über das Erlebte oder Bevorstehende. Mögliche Fragen:

  • Was mache ich gern?
  • An welche Erlebnisse möchte ich mich noch lange erinnern?
  • Welche Erlebnisse waren weniger schön, will ich mich trotzdem daran erinnern? Warum?
  • Wie habe ich mich bei diesem Erlebnis gefühlt?
  • Welches Bild wiederspiegelt das Erlebnis für mich am besten?

Abschlussphase (2 Sequenzen)

Einträge des Kalenders werden von Klient*in z.B. einer Angehörigen oder anderen vertrauten Person gezeigt und davon erzählt.

Hinweis

Eine Erleichterung für die Kalendereinträge kann das Anlegen einer Bildersammlung sein. Diese Bilder können wiederholt für den Kalender verwendet werden.

  • Fotos von sich wiederholenden Aktivitäten
  • Fotos von bedeutsamen Personen
  • Fotos von bedeutsamen Orten
  • Ggf. Fotos nutzen, die im Zusammenhang mit der unterstützten Kommunikation bereits eingesetzt werden.

Frank Egle, Monika Luginbühl, Corinne Reber, Lisa Sommer

Bilder und Texte auf dieser Seite stehen unter CC BY-NC-ND 4.0 Lizenz